Chimmy

Mit seinem Namen beginnt das Ding, kein Ding mehr zu sein. Chimmy ist kein Ding mehr, sondern eine Idee. Alles, was Menschen schaffen, beginnt mit einer Idee, einem Ding, einem Namen. Chimmy wird für uns sein wie für den Bauern die eierlegende Wollmilchsau. Chimmy wird Räder zum fahren haben, Bremsen zum Anhalten, eine Maschine die für Dampf und Energie sorgt, Licht gegen die Dunkelheit, Musikinstrumente gegen die Stille, einen Picknickkorb gegen den kleinen Hunger und was sonst noch so nicht gebraucht wird und trotzdem da ist.

Chimmy, Chim & Chérie

Das begann in der Glockengießerei in Saarburg. Es war gerade Vorweihnachtszeit und wir hatten kurz entschlossen die Idee, uns zu verkleiden und Musik zu machen. Weihnachtsmusik und etwas steampunkiges. Oder Steampunkweihnacht. Oder so ähnlich. Pachelbels Kanon musste ebenso dran glauben wie Chim Chimney aus Mary Poppins. Als der Ansager das Notenblatt sah, sprach er lauter als erlaubt ins Mikrofon: "Und hier kommen Chim Chim mit Weihnachtsmusik". Von dieser Ansage überrumpelt stiegen wir auf die kleine Bühne und spielten unser noch kleineres Programm. Und so waren Chim&Chérie geboren. Sie schauten sich verdutzt an und wenn sie sich nicht umgezogen hätten, stünden sie immer noch auf der kleinen Bühne. Chérie mit ihrer Geige und Chim mit seiner Klarinette.

Wieso wir Geige und Klarinette spielen? Das ist einfach so. Man muss aus den Dingen etwas machen, die man hat. Wer nicht aus den Resten im Kühlschrank kochen kann, wird auch nicht durch Hummer, Kaviar und Trüffel zum Sternekoch. Wer nicht mit Geige und Klarinette unterhalten kann, sollte sich auch kein Symphonieorchester mieten. Oder wie  würde unser Sohn sagen: "Man muss immer mit Level 1 anfangen. Das ist im Spiel wie im Leben."

Level 1 war also der Weihnachtsmarkt in der Glockengießerei im schönen Saarburg. Den gibt es übrigens jedes Jahr.Jingle Bells 2019

Level 2, da waren wir schon ein Stück weiter. Astrid fand, wir hätten einen Begleiter verdient. Um Klaviere und Harfen zu schleppen sind wir allerdings zu faul. So verbanden wir ein iPad  und Astrids Elektrogeige mit einem Karaokelautsprecher von 99€. Und Astrid strahlte. Nicht nur mit ihrem Lächeln sondern auch mit einem vollen und kräftigen Klang. Auf dem iPad spulte Garageband die Begleitung herunter und wir waren glücklich bei unserem zweiten Auftritt angekommen. Das war ein sehr nettes Picknick, bei dem wir ganz nebenbei auch noch in 80 Tagen um die Welt reisten. Aber fragen Sie doch den Veranstalter selbst. Seine Durchlaucht, der Baron von Simonsdorf, seiner selbst Stationsvorsteher, macht übrigens auch ganz gute Musik.

 Level 3 ist nun auf dem Weg und die Ansprüche sind ganz schön hoch. Deshalb versprechen wir erst mal nicht zu viel. Ein kleiner Wagen soll es sein. Mit Speichenrädern, viel Stauraum für unsere Instrumente und Apparate, Sitzgelegenheit, Notenpulte und was wir sonst noch so mitschleppen wollen. Und schon ist der Wagen größer geworden als wir dachten. Aber das ist alles noch eine Idee. Sie wird immer konkreter aber weder die Säge noch der Schraubenschlüssel kommen zum Einsatz. Erst planen, ausprobieren, vergessen, nochmal vor vorne. Der ewige Kreislauf des Erfindens. Oder wie pflegte der gute, alte Thomas Alva Edison zu sagen: "Eine Erfindung besteht aus 1% Inspiration und 99% Transpiration."