Goggles aus Blechdosen

 

Wir benötigen:

 

  • Mehrere kleine, alte Blechdosen mit etwa 5cm Durchmesser (Optimisten brauchen nur 2)
  • Blechschere
  • Lötkolben und Lötzinn
  • Kupferdraht
  • Schleifpapier oder Schleifklotz

Erst nehmen wir Maß. Die Goggles sollen später nach vorne zeigen und nicht zur Seite oder nach oben. Bei einem Zylinderhut ist das noch relativ einfach. Hier gehen wir davon aus, dass die fertigen Goggles aus 2x5cm Dosen und einem Mittelsteg von 2cm bestehen. Dann müssten sie, so ist nun mal der Hut, an den äußeren Seiten 3cm höher sein als in der Mitte.

Wenn die Dosen, wie hier, lackiert sind, müssen wir den Lack abschleifen. Das ist Geduldsarbeit. Nach dem Schleifen sehen wir, ob das Blech darunter verzinnt ist. Wahrscheinlich nicht. Nicht verzinntes Blech kann rosten, was Steampunker durchaus mögen. Ansonsten muss es eingefettet oder lackiert werden.

Jetzt ist der Moment, zu entscheiden ob der Dosenboden drin bleibt oder nicht. Das hängt vom späteren Dekor ab. Soll der Dosenboden raus, dann gibt es nichts Besseres als den guten alten Dosenöffner.

Anzeichnen sollten wir mit einem Stift, der nicht gleich verwischt, wenn wir arbeiten. Dabei nehmen wir die Mitte = 1cm und die Seiten = 4cm. Dazwischen lassen mir gerade mal 2cm und zeichnen diese auch besser an. Hier ist der Falz (also dort wo das Dosenblech zusammengesetzt ist) in der Mitte. Außen geht auch, nur sollte der Falz nicht irgendwo sein, da man ihn später sieht.

Das Schneiden mit der Blechschere ist nicht ganz einfach. Deshalb reichen 2 Dosen nicht unbedingt aus. Es besteht ab jetzt Verletzungsgefahr, weil das Blech scharfkantig ist. Die Stellen innen und außen schneidet man besser etwas rund. Nach dem Schneiden sind die Kanten oft etwas unregelmäßig. Mit einem mittelgroßen Schraubendreher kann man sie etwas richten.

Diese scharfe Blechkante kann man auf verschiedene Arten „entschärfen“:

  • Man kann die Blechkante jetzt verlöten oder mit einer kleinen Zange umbiegen (was der Schlosser Bördeln nennt). Das sollte man allerdings etwas üben.
  • Man kann die Blechkante mit einem Kantenschutz versehen. Das ist ein Kunststoffprofil, das man darüber ziehen und durch Wärme verkleben kann. Man findet es im Elektrofachhandel oder Internetsuche: Kantenschutz
  • Bei diesen Goggles habe ich die Kanten mit einer Schicht aus Lötzinn überzogen. Auch das erfordert etwas Übung.

Der Lötkolben sollte schon heiß sein. 400°C sind nicht übertrieben. Die Spitze darf breit sein. Vor dem Löten kann man den Rand, der gelötet werden sollen, abkleben und mit Fett oder Lack einen Rand oder gar die ganze Dose beschichten. Dadurch wird vermieden, dass das Lötzinn unkontrolliert verläuft. Hier machen wir das nicht und nehmen die Unregelmäßigkeiten in Kauf.

Nach dem Verlöten müsste die Schnittgefahr gebannt sein. Sonst eben nochmal löten. Sollte noch Kolophonium (auch Lötfett genannt) am Blech haften, kratzen wir es vorsichtig mit dem Messer ab und schleifen danach nochmal.

 

In der Mitte werden die beiden Dosen verbunden. Hier hatte ich das Glück, ein flexibles Armband einer alten Uhr zu haben. Diese Armbänder hinterließen früher hübsche 3D-Tattoos, wenn man sie abends abnahm. Es kann aber auch Kupferdraht oder Blech sein. Alles was sich löten lässt.
Die Seitenteile können wir aus Kupferdraht biegen. Das kann auch Messingdraht (biegt sich etwas schwieriger) oder versilberter Kupferdraht sein. Wird Kupfer nicht lackiert, dann verliert es mit der Zeit seinen Glanz, was durchaus seinen Reiz haben kann. Der Lötkolben sollte eher innen in die Dose gehalten werden. Man kann die Teile, die aufgesetzt werden, vorher mit etwas Lötzinn vorlöten.
Das sieht jetzt schon etwas steampunkig aus. Es fehlt noch die Dekoration. Hier habe ich Teile aus einem beschädigten Fotoobjektiv benutzt. Man kann die Teile kleben, wenn sie leicht sind wie hier das Zifferblatt. Schwerere Teile sind von hinten durch kleine Löcher geschraubt oder mit gelöteten Drähten befestigt. Plastikteile vertragen Wärme nicht gut. Daher erst löten, dann montieren. Bevor man Löcher ins Blech bohrt, lohnt es sich, mit einer kleinen Spitze (z.B. spitzen Schraubendreher) eine Stelle einzudrücken. Dann rutscht der Bohrer später nicht ab.

Hier die fertigen Goggles mit Hut und Lederband.